
Essen im Alltag mit Kindern ist selten planbar. Zumindest nicht so, wie man es sich manchmal vorstellt. Es gibt Tage, an denen alles erstaunlich ruhig läuft – und andere, an denen schon die Frage „Was essen wir heute?“ für Diskussionen sorgt, noch bevor der Hunger richtig da ist.
Mit zwei Töchtern gehört Essen für mich fest zum Familienalltag. Nicht als perfektes Ritual, sondern als etwas, das jeden Tag wieder neu ausgehandelt wird. Zwischen Vorlieben, Müdigkeit, Terminen und Stimmung. Und genau darüber möchte ich hier schreiben: über Essen im Alltag mit Kindern, so wie es sich für uns anfühlt.
Essen mit Kindern ist kein festes Konzept
Lange habe ich gedacht, es müsste eine Lösung geben. Einen Plan, der funktioniert. Feste Zeiten, feste Gerichte, feste Regeln. Die Realität sieht anders aus.
Kinder sind nicht jeden Tag gleich hungrig. Sie mögen Dinge eine Zeit lang – und dann plötzlich nicht mehr. Was gestern noch gerne gegessen wurde, bleibt heute liegen. Und manchmal ist das, was man selbst geplant hat, genau das Falsche für diesen Moment.
Essen im Alltag mit Kindern bedeutet für mich heute vor allem, flexibel zu bleiben. Weniger an Konzepten festzuhalten und mehr auf den jeweiligen Tag zu schauen. Das war nicht immer leicht, hat aber viel Druck rausgenommen.
Wenn Essen sehr einseitig wird
Besonders meine jüngere Tochter ist eine ganz spezielle Esserin. Es gab Phasen, in denen sich das Essen über viele Tage hinweg kaum verändert hat. Erst waren es nur Bratwürste. Dann eine Zeit lang ausschließlich Kartoffelbrei. Später Käsenudeln. Und irgendwann fast nur noch Pizza Margherita. Genau solche Gerichte wie Pizzabrötchen waren für uns damals ein sicherer Anker im Alltag.
Diese Phasen haben mich anfangs sehr beschäftigt. Ich habe mich gefragt, ob das so richtig ist, ob ich etwas ändern müsste oder ob ich etwas falsch mache. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel Ruhe einkehrt, wenn man diese Phasen einfach annimmt.
Heute sehe ich das gelassener. Essen im Alltag mit Kindern bedeutet nicht, täglich Vielfalt zu erzwingen. Manchmal bedeutet es, Sicherheit zu geben. Vertraute Geschmäcker. Wiederholung. Etwas, das verlässlich ist.
Gerade für Kinder kann Essen mehr sein als Nahrungsaufnahme. Es gibt Halt, Struktur und ein Gefühl von Kontrolle. Und auch wenn es von außen eintönig wirkt, war es für uns in diesen Momenten genau das Richtige. Rückblickend waren diese Phasen ein Teil unseres Familienalltags – nicht perfekt, aber ehrlich.
Routinen, die uns helfen – ohne starr zu sein
Ganz ohne Struktur funktioniert es natürlich auch nicht. Was uns im Alltag hilft, sind kleine, wiederkehrende Abläufe. Bestimmte Gerichte, die bekannt sind. Abläufe, die Sicherheit geben. Solche Gerichte, die man immer wieder kocht, gehören für mich fest zum Essen im Alltag mit Kindern.
Nicht, weil sie besonders kreativ sind, sondern weil sie funktionieren. Wiederholung ist im Familienalltag nichts Negatives. Sie schafft Verlässlichkeit – für die Kinder und auch für mich.
Dabei geht es nicht darum, alles richtig zu machen. Sondern darum, den Alltag so zu gestalten, dass er tragbar bleibt. Essen darf einfach sein. Und manchmal ist genau das die größte Entlastung.
Gemeinsames Essen und die Realität dazwischen
Natürlich gibt es dieses Bild vom gemeinsamen Essen am Tisch. Und ja, diese Momente gibt es auch bei uns. Aber nicht jeden Tag. Nicht zu jeder Mahlzeit. Und nicht immer in Ruhe.
Manchmal isst jemand früher, manchmal später. Manchmal wird nebenbei erzählt, manchmal ist es still. Und manchmal passt einfach nichts zusammen.
Ich habe gelernt, diese Realität anzunehmen. Gemeinsames Essen misst sich für mich nicht mehr an der Häufigkeit oder der Perfektion, sondern an den Momenten, die entstehen. An Gesprächen, an Nähe. An dem Gefühl, zusammen zu sein – auch wenn es nur kurz ist.
Mein Blick auf Essen im Familienalltag heute
Essen im Alltag mit Kindern ist für mich kein Projekt mehr, das optimiert werden muss. Es ist ein Teil unseres Lebens, der sich ständig verändert. So wie wir uns verändern.
Mein Anspruch hat sich über die Zeit verschoben. Weg von Perfektion, hin zu Gelassenheit. Weg von festen Vorstellungen, hin zu dem, was gerade möglich ist.
Essen ist für uns heute mehr Begleitung als Mittelpunkt. Und genau das fühlt sich richtig an.
Einordnung in die Serie „Essen im Alltag“
Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie Essen im Alltag, in der ich über meinen persönlichen Umgang mit Essen, Familie und Alltag schreibe.
In meinem ersten Beitrag habe ich darüber gesprochen, wie sich mein Blick auf Essen im Alltag generell verändert hat – zwischen Anspruch, Genuss und Realität. Dieser Text hier ist eine Ergänzung dazu, aus der Perspektive des Familienlebens.
Auch viele der Gerichte, die ich auf meinem Blog teile, entstehen genau aus diesem Alltag heraus: einfach, alltagstauglich und ohne Anspruch auf Perfektion.

