Unperfektion im Foodblog-Alltag

Es gibt Phasen, in denen auf meinem Blog wenig passiert. Keine neuen Beiträge, keine Rezepte, keine regelmäßigen Updates. Früher haben mich diese Pausen sehr beschäftigt. Heute sehe ich sie als Teil meines Alltags – und damit auch als Teil meines Foodblogs.

Unperfektion im Foodblog-Alltag gehört für mich längst dazu. Nicht als Konzept, sondern als Realität. Und genau darüber möchte ich hier schreiben.

Wenn Bloggen nicht in den Alltag passt

Ich bin keine hauptberufliche Foodbloggerin. Mein Blog entsteht neben Familie, Arbeit und allem, was den Alltag füllt. Manchmal passt das gut zusammen. Manchmal eben nicht.

Dann bleibt keine Zeit zum Schreiben. Oder keine Ruhe zum Fotografieren. Oder schlicht keine Energie, um einen Beitrag zu Ende zu bringen. Nicht, weil mir das Bloggen nicht wichtig ist – sondern weil das Leben gerade lauter ist.

Diese Phasen auszuhalten, war für mich ein Lernprozess.

Der Druck, sichtbar zu bleiben

Social Media zeigt oft eine andere Realität. Regelmäßige Posts, perfekte Bilder, scheinbar mühelose Abläufe. Und automatisch stellt sich die Frage: Mache ich zu wenig?

Ich habe mich lange mit anderen verglichen. Mit Blogs, die ständig präsent sind. Mit Accounts, auf denen alles glatt wirkt. Dabei habe ich vergessen, meine eigene Ausgangslage mitzudenken.

Unperfektion bedeutet für mich heute auch, diesen Vergleich loszulassen. Mein Blog muss nicht ständig sichtbar sein, um wertvoll zu bleiben. In einem anderen Beitrag schreibe ich darüber, wie sich mein Anspruch rund um Essen im Alltag verändert hat.

Wenn Gerichte nicht fotografiert werden

Es gibt viele Mahlzeiten, die auf meinem Blog nie auftauchen. Nicht, weil sie nicht gut waren – sondern weil sie im Moment einfach gelebt wurden.

Das Essen stand auf dem Tisch, jemand hatte Hunger, das Licht war schlecht oder die Zeit knapp. Und dann war der Moment vorbei. Kein Foto. Kein Beitrag.

Früher hätte mich das geärgert. Heute sehe ich darin etwas anderes: Prioritäten. Essen war da, wo es hingehört – im Alltag, nicht im Content.

Pausen als Teil des Rhythmus

Pausen haben für mich ihren Schrecken verloren. Sie sind kein Zeichen von Stillstand, sondern von Bewegung. Manchmal braucht es Abstand, um wieder klar zu sehen.

Ich habe gelernt, dass mein Blog kein Projekt ist, das ständig optimiert werden muss. Er darf sich verändern. Er darf leiser werden. Und er darf auch mal warten.

Gerade diese Freiheit macht es mir möglich, langfristig dranzubleiben – ohne Druck.

Mein Blick auf Unperfektion heute

Unperfektion ist für mich kein Makel mehr. Sie ist ein Spiegel meines Lebens. Mein Blog muss nicht jeden Tag zeigen, was ich koche oder denke. Er darf genau das abbilden, was gerade da ist.

Und vielleicht liegt genau darin seine Stärke.

Einordnung in die Serie „Essen im Alltag“

Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie Essen im Alltag, in der ich über meinen persönlichen Umgang mit Essen, Familie und Alltag schreibe.

Neben Texten über Essen mit Kindern, Zeitmangel und Anspruch gehört auch dieser Blick dazu: der auf das Bloggen selbst, auf Pausen und darauf, warum nicht alles sichtbar sein muss, um echt zu sein.


lifebyschmidt