
Wenn du Raclette planst, stößt du schnell auf lange Listen mit unzähligen Raclette-Zutaten. Aber brauchst du wirklich jedes Mal zehn verschiedene Gemüsesorten, mehrere Sorten Fleisch und Fisch, verschiedene Käse, Beilagen und Soßen? Aus meiner Erfahrung: nein.
Bei uns gibt es Raclette in der kalten Jahreszeit relativ häufig – gerne auch einfach zum Start ins Wochenende. Für so einen normalen Familienabend halten wir die Auswahl bewusst klein: Jeder sucht sich einige Lieblingszutaten aus, dazu gibt es Käse, Baguette und eine Soße. Das spart beim Einkaufen und Vorbereiten einiges an Aufwand.
Anders sieht es bei besonderen Anlässen aus. Am 1. Weihnachtsfeiertag gehört ein größeres Familienraclette bei uns traditionell dazu und auch an Silvester darf die Auswahl umfangreicher sein. In diesem Beitrag zeige ich dir deshalb nicht nur, was man für Raclette braucht, sondern auch, wie du die Zutatenmenge an deinen Anlass anpassen kannst.
Was braucht man für Raclette?
Für einen gemütlichen Raclette-Abend brauchst du grundsätzlich gar nicht so viel. Als einfache Orientierung kannst du deine Auswahl in vier Bereiche aufteilen:
- Käse zum Überbacken
- einige Zutaten für die Pfännchen wie Gemüse, Schinken oder Garnelen
- eine Beilage wie Baguette oder Pellkartoffeln
- eine Soße oder einen Dip
Für einen normalen Familienabend reicht das völlig aus. Erst wenn mehrere Gäste kommen oder wir Raclette an Weihnachten oder Silvester essen, würde ich die Auswahl deutlich erweitern.
Unsere liebsten Raclette-Zutaten
Welche Zutaten auf den Tisch kommen, hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab. Bei uns haben sich über die Jahre einige Zutaten herauskristallisiert, die immer wieder beim Raclette dabei sind.
Gemüse und weitere pflanzliche Zutaten
- grüne Bohnen
- Paprika
- Zucchini
- Mais
- Zwiebeln
- saure Gurken
- Brokkoli
- Oliven
- Ananas
- Banane
Ananas und Banane klingen vielleicht erst einmal ungewöhnlicher als Paprika oder Mais. Bei uns landen beide aber tatsächlich in verschiedenen Pfännchen – auch in Kombination mit herzhaften Zutaten.
Fleisch und Wurst
Bei Fleisch und Wurst verwenden wir für die Pfännchen vor allem:
- Serrano-Schinken
- gekochten Schinken
- Salami
Früher haben wir teilweise auch rohes Fleisch oder Hähnchen auf der Grillfläche unseres Raclettegeräts zubereitet. Davon sind wir inzwischen insbesondere mit Kindern weitgehend abgekommen. Für uns ist es unkomplizierter, wenn am Tisch nicht gleichzeitig mit rohem Hähnchen und den Zutaten für die Pfännchen hantiert wird.
Fisch und Meeresfrüchte
- Räucherlachs
- Garnelen
- Krabben
Bei Garnelen machen wir es uns im Alltag ebenfalls einfach: Für unsere Pfännchen verwenden wir meistens bereits gegarte und geschälte Garnelen. Frische oder tiefgekühlte rohe Garnelen erst auf der Grillfläche zu garen, machen wir inzwischen eher selten. Gerade beim Raclette mit Kindern hat sich die bereits gegarte Variante für uns als praktischer erwiesen.
Welcher Käse eignet sich für Raclette?
Natürlich kannst du klassischen Schweizer Raclettekäse verwenden. Bei uns stehen aber durchaus unterschiedliche Käsesorten auf dem Tisch. Neben Raclettekäse verwenden wir zum Beispiel auch Gouda, Bergkäse oder Appenzeller.
Das ist gerade bei unterschiedlichen Vorlieben praktisch. Gouda ist deutlich milder und wird bei uns deshalb von unserer jüngeren Tochter teilweise lieber gegessen. Wer es kräftiger mag, kann dagegen zu Bergkäse oder Appenzeller greifen.
Mein Tipp für Familien lautet deshalb: Es müssen nicht alle denselben Käse verwenden. Zwei unterschiedliche Sorten können sinnvoller sein als eine große Menge Raclettekäse, den vielleicht nicht jeder am Tisch gerne mag.
Kartoffeln ins Pfännchen oder als Beilage?
Kartoffeln gehören für viele zum Raclette dazu. Bei uns landen sie allerdings meistens nicht im Pfännchen. Wir kochen Pellkartoffeln und stellen sie separat als Beilage auf den Tisch.
Natürlich kannst du vorgekochte Kartoffeln auch in Scheiben schneiden und im Pfännchen mit anderen Zutaten und Käse überbacken. Für uns hat sich die Variante als separate Beilage aber bewährt.
Bei unserem kleineren Wochenendraclette machen wir es häufig noch unkomplizierter und stellen einfach Baguette dazu.
Unsere liebsten Raclette-Pfännchen
Das Schöne am Raclette ist für mich, dass sich jeder genau das zusammenstellen kann, was ihm schmeckt. Einige Kombinationen kommen bei uns allerdings besonders häufig in die Pfännchen.
Bohnen mit Serrano-Schinken und Zwiebeln
Eine meiner Lieblingskombinationen sind grüne Bohnen mit Zwiebeln, Serrano-Schinken und Käse. Gerade der würzige Serrano passt für mich sehr gut zu den Bohnen und dem geschmolzenen Käse.
Nudeln mit Béchamelsoße
Auch Nudeln funktionieren bei uns sehr gut im Raclette-Pfännchen. Wir kombinieren sie mit Béchamelsoße und Käse oder zusätzlich mit etwas Schinken. Das ergibt ein kleines, cremiges Nudelpfännchen.
Garnelen mit Ananas oder Banane
Etwas ungewöhnlicher sind unsere Kombinationen aus Garnelen, Käse und Obst. Wir essen die Garnelen zum Beispiel mit Ananas und Käse oder tatsächlich auch mit Banane und Käse.
Weitere Pfännchen-Ideen, die es bei uns gibt
- Paprika + Zwiebeln + gekochter Schinken + Käse
- Ananas + Mais + Käse
- Garnelen + Käse
- Nudeln + Béchamelsoße + Schinken + Käse
- Paprika + Mais + Zwiebeln + Schinken + Käse
Du siehst: Du brauchst nicht zwangsläufig außergewöhnliche Zutaten. Oft entstehen schon aus wenigen Zutaten ganz unterschiedliche Pfännchen.
Kleines Familienraclette oder großes Festtagsraclette?
Genau hier liegt für mich der größte Unterschied bei der Planung. Wenn wir an einem normalen Wochenende Raclette essen, würde ich niemals die gleiche Menge unterschiedlicher Zutaten vorbereiten wie für unser Familienraclette an Weihnachten.
| Kleines Familienraclette | Raclette für Weihnachten, Silvester oder Gäste |
|---|---|
| wenige Lieblingszutaten | größere Zutatenvielfalt |
| jeder wählt gezielt aus | mehr Auswahl für alle |
| Baguette als unkomplizierte Beilage | z. B. Pellkartoffeln und Baguette |
| eine passende Soße reicht oft | mehrere Soßen möglich |
| wenig Vorbereitung | bewusst mehr Vorbereitung |
| ideal für einen normalen Wochenendabend | gemeinsames Essen für besondere Anlässe |
Das sind natürlich keine festen Raclette-Regeln. Für uns funktioniert diese Unterscheidung aber sehr gut. Vor allem verhindert sie, dass wir für einen einfachen Raclette-Abend viel zu viele Zutaten einkaufen und vorbereiten.
Wie viel Raclette braucht man pro Person?
Bei den Mengen fürs Raclette gibt es keine Zahl, die für jede Runde passt. Wie viel du brauchst, hängt unter anderem davon ab, wie viele verschiedene Zutaten du anbietest, ob Kinder mitessen und ob es zusätzlich reichlich Brot, Kartoffeln oder andere Beilagen gibt.
Als grobe Orientierung kannst du für Erwachsene etwa mit folgenden Mengen rechnen:
- Käse: etwa 150–250 g pro Person
- Pellkartoffeln: etwa 150–200 g pro Person
- Fleisch bzw. andere sättigende Extras: etwa 100–150 g pro Person, sofern sie Bestandteil deines Raclettes sind
- Gemüse: etwa 150–200 g pro Person als grobe Orientierung
Diese Mengen sind ausdrücklich Richtwerte und keine Einkaufsvorgabe. Wenn du beispielsweise Käse, Kartoffeln, Baguette, Gemüse, Schinken, Garnelen und mehrere weitere Zutaten anbietest, brauchst du nicht von jeder Kategorie die maximale Menge.
Für mich ist deshalb eine andere Regel beim Planen viel wichtiger: Je größer deine Auswahl ist, desto weniger brauchst du von jeder einzelnen Zutat.
Bei unserem kleinen Familienraclette plane ich ohnehin anders. Statt von zehn Zutaten jeweils kleine Mengen zu kaufen, überlegen wir vorher, was jeder wirklich essen möchte. So landet weniger auf dem Tisch und im Idealfall später auch weniger als Rest im Kühlschrank.
Raclette einfach vorbereiten
Raclette ist zwar unkompliziert, kann aber überraschend viel Schnippelarbeit verursachen. Vor allem dann, wenn du für jede denkbare Kombination noch ein zusätzliches Schälchen auf den Tisch stellen möchtest.
So machen wir es beim kleinen Familienraclette
- Vorher überlegen, welche Lieblingszutaten jeder möchte.
- Nur diese Zutaten gezielt einkaufen.
- Gemüse und weitere Zutaten entsprechend vorbereiten.
- Käse, Baguette und eine passende Soße ergänzen.
Das bedeutet weniger Schälchen auf dem Tisch, weniger Vorbereitung und meistens auch weniger Reste.
Checkliste für ein größeres Raclette
Für Weihnachten, Silvester oder eine größere Runde hilft mir dagegen eine einfache Einteilung. Überlege beim Einkaufen nacheinander, was du aus diesen Bereichen anbieten möchtest:
- Gemüse und Obst
- Schinken und Wurst
- Fisch und Meeresfrüchte
- Käse
- Beilagen wie Pellkartoffeln und Baguette
- Soßen und Dips
Auch dabei musst du nicht jede Kategorie mit mehreren Varianten füllen. Die Liste soll dir beim Planen helfen – nicht dafür sorgen, dass am Ende noch mehr auf dem Einkaufszettel steht.
Welche Soßen passen zu Raclette?
Auch bei den Soßen halte ich es lieber überschaubar. Für ein kleines Raclette reicht uns oft eine Soße völlig aus. Eine Variante, die bei uns immer wieder zum Raclette auf den Tisch kommt, ist Mangosoße.
Bei einem größeren Festtagsraclette kannst du natürlich mehrere unterschiedliche Soßen und Dips anbieten. Ich würde die Auswahl aber auch hier davon abhängig machen, was tatsächlich zu deinen übrigen Zutaten passt.
Süßes Raclette: Pfannkuchenteig im Pfännchen
Raclette muss nicht mit dem letzten Käsepfännchen enden. Bei uns gibt es manchmal auch ein süßes Pfännchen: Dafür geben wir etwas Pfannkuchenteig ins Raclette-Pfännchen und kombinieren ihn zum Beispiel mit Banane.
Nach Geschmack können auch Schokoladenstückchen dazukommen. Wichtig ist vor allem, das Pfännchen nicht zu voll zu machen, damit der Teig ausreichend Platz hat.
An Silvester gibt es bei uns teilweise zusätzlich Schokofondue als Nachtisch. Das ist dann allerdings eher die ausgiebige Festtagsvariante und nichts, was wir für einen normalen Raclette-Abend jedes Mal vorbereiten.
Raclette an Weihnachten und Silvester
Raclette gehört bei uns schon lange zur kalten Jahreszeit. Besonders fest verankert ist unser Familienraclette am 1. Weihnachtsfeiertag. Dann nehmen wir uns bewusst mehr Zeit und stellen eine größere Auswahl zusammen als bei einem normalen Raclette am Wochenende.
Auch für Silvester finde ich Raclette praktisch, weil jeder über längere Zeit seine eigenen Pfännchen zusammenstellen kann. Trotzdem gilt für mich auch an den Festtagen: Eine gute Auswahl ist wichtiger als eine möglichst lange Zutatenliste.
Häufige Fragen zu Raclette-Zutaten
Was braucht man alles für Raclette?
Als Grundausstattung reichen Käse, einige Zutaten für die Pfännchen, eine Beilage wie Baguette oder Pellkartoffeln und eine passende Soße oder ein Dip. Für Gäste oder besondere Anlässe kannst du die Auswahl entsprechend erweitern.
Welche Zutaten eignen sich für Raclette?
Gut geeignet sind zum Beispiel Paprika, Zucchini, Mais, Zwiebeln, Brokkoli, Bohnen, saure Gurken, Schinken, Salami, Räucherlachs oder bereits gegarte Garnelen. Dazu kommen Käse sowie nach Geschmack Kartoffeln, Baguette und Soßen.
Wie viele verschiedene Zutaten braucht man für Raclette?
Das hängt vom Anlass ab. Für einen normalen Familienabend reichen wenige Lieblingszutaten völlig aus. Bei Weihnachten, Silvester oder mit mehreren Gästen kann eine größere Auswahl sinnvoll sein. Je mehr unterschiedliche Zutaten du anbietest, desto weniger brauchst du von jeder einzelnen.
Wie viel Raclettekäse braucht man pro Person?
Als grobe Orientierung kannst du etwa 150–250 g Käse pro erwachsener Person einplanen. Bei vielen weiteren Zutaten und Beilagen reicht eher die untere Spanne. Vorlieben, Appetit und die Zusammensetzung der Runde spielen bei der tatsächlichen Menge ebenfalls eine Rolle.
Welches Gemüse eignet sich für Raclette?
Bei uns verwenden wir unter anderem Paprika, Zucchini, Mais, Zwiebeln, Brokkoli und grüne Bohnen. Auch saure Gurken und Oliven stehen bei uns auf dem Raclette-Tisch.
Kann man Garnelen beim Raclette verwenden?
Ja. Wir verwenden für die Pfännchen überwiegend bereits gegarte und geschälte Garnelen. Das ist für unser Familienraclette unkomplizierter, als rohe Garnelen zunächst auf der Grillfläche zuzubereiten.
Kann man Raclette auch süß machen?
Ja. Bei uns kommt dafür etwas Pfannkuchenteig ins Pfännchen, zum Beispiel zusammen mit Banane. Nach Geschmack können auch Schokoladenstückchen ergänzt werden.
