Gartin und Auflauf auf einer Holzfläche

Gratin oder Auflauf – wo liegt eigentlich der Unterschied? Beim Kartoffelgratin scheint die Sache noch ziemlich eindeutig. Aber bei vielen anderen Ofengerichten ist die Abgrenzung gar nicht so einfach. Tatsächlich werden die Begriffe im Alltag teilweise ähnlich verwendet und lassen sich nicht immer messerscharf voneinander trennen.

Kurz gesagt: Beim Gratin steht die überbackene, gebräunte Oberfläche im Mittelpunkt. Ein Auflauf ist allgemeiner ein Gericht, dessen Zutaten gemeinsam in einer Form im Ofen gegart werden. Die Grenzen sind allerdings fließend, denn auch ein Auflauf kann überbacken beziehungsweise gratiniert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Gratin und Auflauf?

Der wichtigste Unterschied zwischen Gratin und Auflauf liegt weniger in einer bestimmten Anzahl von Zutaten oder Schichten, sondern vielmehr darin, was die jeweilige Bezeichnung beschreibt.

Bei einem Gratin steht das Gratinieren im Mittelpunkt. Dabei wird das Gericht so überbacken, dass an der Oberfläche eine gebräunte Kruste entsteht. Käse wird dafür besonders häufig verwendet.

Ein Auflauf bezeichnet dagegen allgemeiner ein Gericht, bei dem verschiedene Zutaten in einer geeigneten Form zusammengestellt und gemeinsam im Backofen gegart werden. Auch ein Auflauf kann mit Käse oder anderen Zutaten überbacken werden und eine gebräunte Oberfläche bekommen.

Deshalb gibt es zwischen beiden Begriffen keine vollkommen eindeutige Grenze. Ein Auflauf kann gleichzeitig gratiniert sein, wenn seine Oberfläche entsprechend überbacken wird.

GratinAuflauf
Gratinieren beziehungsweise Überbacken steht besonders im Mittelpunkt.Das Gericht wird gemeinsam in einer Form im Ofen gegart.
Eine gebräunte Oberfläche ist charakteristisch.Eine überbackene Kruste ist möglich, aber nicht das alleinige Merkmal eines Auflaufs.
Häufig wird beispielsweise Käse zum Überbacken verwendet.Zutaten und Zubereitungsarten können sehr unterschiedlich sein.
Beispiel: KartoffelgratinBeispiel: Kürbisauflauf

Was ist ein Gratin?

Ein Gratin ist ein überbackenes Gericht, bei dem die gebräunte Oberfläche eine wichtige Rolle spielt. Der Begriff stammt aus dem Französischen und hängt mit dem Gratinieren zusammen.

Beim Gratinieren wird ein Gericht im Ofen so überbacken, dass sich an der Oberfläche eine appetitliche gebräunte Kruste bildet. Besonders häufig wird dafür Käse verwendet. Es wäre allerdings zu eng gefasst, ein Gratin ausschließlich über eine Käseschicht zu definieren.

Ein typisches Beispiel ist mein klassisches Kartoffelgratin. Kartoffeln, Sahne und Käse werden dabei im Ofen gegart und überbacken, bis die Oberfläche schön gebräunt ist.

Wie viele Schichten ein Gratin hat, ist dagegen kein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Ebenso wenig müssen grundsätzlich alle Zutaten vorgegart sein, damit ein Gericht als Gratin bezeichnet werden kann.

Was ist ein Auflauf?

Bei einem Auflauf werden verschiedene Zutaten in einer Auflaufform zusammengestellt und anschließend gemeinsam im Backofen gegart. Wie genau ein Auflauf aufgebaut ist, kann dabei sehr unterschiedlich sein.

Es gibt deshalb keine allgemeine Regel, nach der ein Auflauf eine bestimmte Anzahl an Schichten haben muss. Auch die häufig anzutreffende Unterscheidung, dass die Zutaten bei einem Auflauf immer roh in die Form kommen, funktioniert nicht als allgemeingültige Definition.

Ein Beispiel aus meiner Küche ist mein Kürbisauflauf. Er zeigt gleichzeitig, warum die Grenze zum Gratin fließend sein kann: Auch Aufläufe werden häufig mit Käse überbacken.

Kann ein Auflauf auch ein Gratin sein?

Ja, die Begriffe können sich überschneiden. Wird ein Auflauf beispielsweise mit Käse überbacken, sodass sich eine gebräunte Kruste bildet, wird seine Oberfläche gleichzeitig gratiniert.

Genau deshalb ist die Frage „Gratin oder Auflauf?“ nicht bei jedem Gericht mit einem eindeutigen Entweder-oder zu beantworten. „Auflauf“ beschreibt eher die Art des gesamten Ofengerichts, während sich „gratinieren“ stärker auf das Überbacken und die gebräunte Oberfläche bezieht.

Wenn ein Gericht im Alltag mal als Auflauf und mal als Gratin bezeichnet wird, muss deshalb nicht zwangsläufig eine der beiden Bezeichnungen falsch sein.

Gratin oder Auflauf – das Wichtigste auf einen Blick

  • Beim Gratin steht das Gratinieren und damit die gebräunte Oberfläche besonders im Mittelpunkt.
  • Ein Auflauf ist allgemeiner ein Gericht, dessen Zutaten gemeinsam in einer Form im Backofen gegart werden.
  • Die Grenzen sind fließend: Ein Auflauf kann gleichzeitig gratiniert werden und damit Merkmale beider Zubereitungsarten besitzen.

Wenn du die beiden Zubereitungsarten direkt in der Praxis ausprobieren möchtest, findest du auf LifeBySchmidt sowohl ein einfaches Kartoffelgratin als auch einen Kürbisauflauf.

Häufige Fragen zu Gratin und Auflauf

Ist ein Gratin immer mit Käse überbacken?

Nein. Käse wird sehr häufig zum Gratinieren verwendet und sorgt für eine gebräunte Kruste. Ein Gratin sollte aber nicht ausschließlich darüber definiert werden, dass zwingend Käse verwendet werden muss. Entscheidend ist vor allem die gratinierte beziehungsweise gebräunte Oberfläche.

Muss ein Auflauf mit Käse überbacken werden?

Nein. Viele Aufläufe werden zwar mit Käse überbacken, eine Käseschicht ist aber kein zwingendes Merkmal eines Auflaufs. Entscheidend ist vielmehr, dass die Zutaten gemeinsam in einer Form im Backofen gegart werden.

Was bedeutet gratinieren?

Gratinieren bedeutet, eine Speise so zu überbacken, dass an ihrer Oberfläche eine gebräunte Kruste entsteht. Dafür wird häufig Käse verwendet.